Erzgebirge - Ausflugstipps


Eisenbahn Most-Dubí-Moldava

08. Januar 2007, Baukunst, Teplicko, Moldava, Autor Krušnohorci, 23198x gelest.

Krušnohorská železnice Most-Dubí-Moldava  |  SPKŽ

Krušnohorská železnice Most-Dubí-Moldava | Autor: SPKŽ

Praktische Informationen: Den Fahrplan finden Sie auf den Seiten der Tschechischen Bahn unter der Nummer 135 oder unter http://www.volny.cz/krusnohordraha. An Samstagen, Sonntagen, Feiertagen und in den Ferien werden zusätzliche Zugverbindungen eingesetzt, im Winter Beförderung von Skiern, Schlitten, Snowboards, im Sommer Fahrradbeförderung.

Eintrittspreise: Fahrgeld nach dem Tarif der Tschechischen Bahn.

Adresa: SŽDC, státní organizace, Dlážděná 1003, Praha 1 E-mail: krusnohordraha@volny.cz Web: http://www.volny.cz/krusnohordraha/

Wenn Sie das Erzgebirge in der Region Teplice (Teplitz) erkunden wollen, sollten Sie in Ihre Reiseplanung auch eine Fahrt mit der Erzgebirgsbahn einbauen. Im Winter und im Sommer bringt Sie der Zug aus Most (Brüx) oder Dubí (Eichwald) bis nach Moldava (Moldau), das ein idealer Ausgangspunkt für die Erkundung dieses Abschnitts der böhmisch-sächsischen Grenze ist. Unterwegs können Sie neben der wunderschönen Natur auch die interessanten Bauwerke dieses mehr als 125 Jahre alten technischen Denkmals. Seine Geschichte begann in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts, als im Vorerzgebirge die Bedeutung des Braunkohleabbaus stark zugenommen hat und man sich über den Vertrieb Gedanken machen musste. Es musste eine Verbindung nach Prag geschaffen werden und man plante auch eine Anbindung an das benachbarte Ausland, konkret nach Sachsen, in die Region um Chemnitz.

In 1871 wurde deshalb die Gesellschaft Pražsko-duchcovské dráhy (Prag-Duxer Eisenbahn) gegründet und noch im selben Jahr begann der Bau der einzelnen Streckenabschnitte. Innerhalb von sechs Jahren gab es eine Gleisverbindung von Most (Brüx) nach Osek (Ossegg) und Hrob (Klostergrab), mit der Strecke nach Sachsen sah es jedoch nicht so gut aus. Im Weg standen die hohen Berge und eine Rolle spielte auch der Geldmangel. Trotzdem war Ende 1884 die Strecke bis nach Moldava (Moldau) fertig und im nachfolgenden Jahr ist auch der Abschnitt nach Sachsen fertiggestellt worden. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert erlebte die Strecke eine Blütezeit, nach dem Zweiten Weltkrieg wurde jedoch der Grenzübergang zu Deutschland geschlossen. Die Eisenbahn wurde dann nur noch von den Einheimischen sowie für verschiedene einmalige Anlässe genutzt, zum Beispiel als wichtige Verbindung bei dem Bau der unweit gelegenen Talsperre Fláje.

Ab den sechzigern Jahren hatte die Bahnstrecke eine zunehmende Bedeutung für den Tourismus in diesem Teil des Erzgebirges, 1996 wurde sie jedoch von dem Eisenbahnbetreiber České dráhy (Tschechische Bahnen) wegen ihres schlechten technischen Zustands stillgelegt. Damit wollten sich die Einheimischen aber nicht abfinden und haben durch eine Petition an den Bahnbetreiber, das Verkehrsministerium und das Parlament die Wiederinbetriebnahme der Strecke erreicht. Seit 1999 wird auch über die Neueröffnung des Grenzübergangs verhandelt. Greifbare Ergebnisse wurden aber erst 2008 erreicht. Heute kann man mit der romantischen Berg-Eisenbahn vom Bahnhof in Most (Brüx) losfahren.

Der kleine Zug „Moldaváček” fährt zuerst an der Burg Hněvín (Landeswarte) vorbei, bevor er in der ersten größeren Station - Louka u Litvínova - Halt macht. Hier trifft die Moldava-Strecke auf die Strecke von Teplice (Teplitz) nach Litvínov (Oberleutensdorf). Nach der Ausfahrt aus der Station macht die Strecke einen Linksbogen und führt dann über die Station Lom (Bruch) bei Most (Brüx) nach Osek (Ossegg) weiter. In dem hiesigen Stationsgebäude blieb die ursprüngliche elektromechanische Anlage erhalten, mit der die Weichen und Signale gesteuert wurden. Wenn Sie sich entscheiden, hier einen kurzen Zwischenstopp einzulegen, sollten Sie den ausgedehnten Komplex des Zisterzienserklosters besuchen, ein wunderschönes Denkmal der barocken Architektur mit wertvollen Kunstwerken. Direkt neben dem Bahnhofsgebäude kann man ein Modell der Burg Rýzmburk (Riesenburg) bewundern, zu deren Ruinen ein Lehrpfad führt.

Die nächste wichtige Station auf der Strecke ist Hrob (Klostergrab). Hier hatte man früher von langen Güterzügen einzelne Wagons abgekoppelt, damit sie die große Steigung schaffen. Nach der Überfahrt einer 32 m hohen und 130 m langen Brücke über das Tal klettert der Zug weiter bergauf bis zu der Station Dubí (Eichwald), die etwa 2,5 km von der gleichnamigen Stadt entfernt liegt. In Dubí (Eichwald) ist vor allem die Kirche der Unbefleckten Empfängnis Mariens sehenswert. Direkt am Bahnhof ist ein Zugmodell aus Holz zu sehen, das nach dem Zweiten Weltkrieg einer der Bahnmitarbeiter während der langen Abende im Dienst angefertigt hat. Die Station Dubí (Eichwald) ist ein Wendebahnhof, was bedeutet, dass der Zug zuerst in die gleiche Richtung zurückfährt, aus der er gekommen ist und dann über Weichen in eine andere Richtung gelenkt wird. Hinter dem Bahnübergang steigt die Strecke steil an und führt dann einige Kilometer am Hang des Erzgebirges bis in die malerische Ortschaft Mikulov. Die einst von den Bergarbeitern gegründete Siedlung wird heute überwiegend von Urlaubern bewohnt und der Hang des nahegelegenen Berges Bouřňák wird im Winter vor allem von Wintersportanhängern genutzt.

Der Zug fährt weiter durch einen 334 langen Tunnel, dann über eine 117 m lange Brücke und nach einem weiteren Tunnel macht er einen kurzen Halt in der Station Mikulov-Nové Město. Für Langläufer ist es von hier aus nur noch ein kleines Stück bis zu dem nahegelegenen Wintersportareal. Der nächste Streckenabschnitt ist nicht mehr so schwierig, der Zug passiert einen Felseneinschnitt und überwindet dann nur noch eine leichte Steigung, bevor er den Bahnhof von Moldava erreicht. Das hiesige Bahnhofsgebäude ist ungewöhnlich groß. Heute ist hier Endstation, aber als die Züge hier noch bis nach Deutschland fuhren, war in Moldava ein Zollamt und ein Postamt und es wurden hier internationale Züge abgefertigt. Es könnte Sie vielleicht interessieren, dass hier 1938 der künftige Schriftsteller Adolf Branald als Fahrdienstleiter arbeitete. Seine Erlebnisse von der Eisenbahn verarbeitete er dann in seinem Werk Valčík z Lohengrina (Walzer von Lohengrin). An seine kurze Karriere bei der Bahn erinnern die Gedenktafel an dem Bahnhofsgebäude und die Malerei in der Eingangshalle des Bahnhofs. Die Strecke musste mit einem schwierigen Berggelände und somit mit einer häufig wechselnden Gleisneigung fertig werden. Man darf auch nicht vergessen, dass sie zwischen Most (Brüx) und Moldava (Moldau) einen Höhenunterschied von fast 500 m überwindet. Deshalb ist sie mit zahlreichen Brücken, Durchlässen, Bahndämmen und Tunneln ausgestattet, die von einem hohen technischen Niveau ihrer Erbauer hindeuten. Nicht umsonst wurde der Abschnitt zwischen Louka bei Litvínov und der Endstation 1998 zum Kulturdenkmal erklärt.

Video zu Eisenbahn Most-Dubí-Moldava

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